Historisches

Werdegang der Gaststätte seit Gründung

Die Gaststätte Germania in Bischhausen befindet sich direkt hinter dem örtlichen Dorfmittelpunkt, dem Anger, der seit dem Jahre 1676 aktenkundig ist und damals "Beim Lindenborn" hieß, was auf das Vorhandensein einer Linde und des nachgewiesenen Brunnens schließen lässt. Das Vorhandensein eines Hauses hinter dem Anger wird erstmals in der Dorfkarte vor 1688 erwähnt, das Haus gehörte damals dem Lehrer Johannes Germeroth. 1701 kaufte es der landgräfliche Beamte Jacob Andreas Selig, ab 1745 war die Besitzerin die Witwe des Hans George Roden. Vor 1769 übernahm Adam Fey das Haus, in das im Jahre 1816 der Wegewärter Johann Georg Liese einzog. 1832 kaufte es der Schreiner Conrad Meister und eröffnet 1834 eine Schankwirtschaft. 1841 vergrößerte Meister das Haus sowohl in der Breite als auch in der Höhe, so dass es nun drei Stockwerke aufwies 1851 übernahm der Postbote und Gastwirt Christian Vockenroth das Gebäude und betrieb das Lokal weiter. Der nächste Wirt hieß ab 1891 Gebhard Seebald, ab 1901 Carl Bachmann, der gleichzeitig auch Metzger war, und in dem Gebäude neben dem Lokal auch eine Metzgerei betrieb. Schließlich kaufte 1913 Hugo Genoff, der aus Heiligendorf stammte, die Germania und gab ihr auch diesen Namen. Genoff betrieb die Wirtschaft lange weites verpachtete sie dann aber. Bis 1966 hatte die Familie Heldenberger die Germania in Pacht. Heldenberger sen. wollte aber aus der Pacht ausscheiden, um sich eine neue Existenz in Verden an der Aller aufzubauen und übergab 1966 an Hans und  Gertrud Mißler.

Hans und Gertrud Mißler
Der vielseitige Hans Mißler wurde 1927 in Ulfen geboren, lernte Schmied und da es nach dem 2. Weltkrieg keine Arbeit für Schmiede gab, machte er den Führerschein und fuhr zunächst im Ulfegrund einen Milchtankzug. Der Unternehmer starb aber und Hans Mißler wechselte zur Fa. Sandrock in Sontra und fuhr Lastwagen. Der Chef fragte ihn dann, ob er den Busschein machen und künftig die Arbeiter und Angestellten des Sontraer Kupferschachtes fahren wolle. Hans Mißler nahm an. Dann wurde der Kupferschacht und das dazugehörende Werk geschlossen und Hans Mißler ging 1948/49, der damals besseren Berufsaussichten, wegen nach Bochum. Er arbeitete zunächst auf den Bau und bewarb sich dann auf eine Stellenanzeige als Busfahrer bei einem Privatunternehmen und wurde eingestellt. Hans Mißler fuhr hauptsächlich Ausflüge und bei diesen Fahrten kam es oft vor, dass in den Gaststätten in den die Reisegesellschaft einkehrte, nicht genug Personal vorhanden war. Hans Mißler wusste auch da auszuhelfen und verwandelte sich vom Busfahrer in einen Kellner und kam so regelmäßig mit dem Gastronomiegewerbe in Berührung. Das führte schließlich nach und nach zu der Idee und zu den Plänen zurück, in das heimatliche Ulfen zu gehen und dort eine Gaststätte zu bauen. Er blieb noch 5 Jahre bei der Bochumer Firma und bewarb sich dann auf eine Stellenanzeige bei der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn (BoGeStra).

1957 lernte Hans Mißler seine Frau Gertrud kennen, die 1936 in Köln geboren wurde. Sie machte eine Ausbildung zur Gärtnergehilfin und war bei der Stadt Bochum beschäftigt. 1964 erwarben die beiden in Ulfen zwei Bauplätze, um den Traum von der eigenen Gaststätte mit Pension langsam und vorsichtig vorzubereiten.

1965 waren die Eltern von fünf Kindern deshalb daran interessiert, die Pacht einer  Gaststätte zu übernehmen, um sich in das Gastronomiegewerbe einzuarbeiten.

Die Gaststätte Germania und Familie Mißler ab 1966
Hans Mißler´s Bekannter Heldenberger schlug ihm und seiner Frau Gertrud 1965 schließlich den Eintritt in den Germania-Pachtvertrag vor. Hans und seine Frau Gertrud schlugen ein und übernahmen am 26.01.1966 die Gaststätte Germania. Sie wurden dann von den Söhnen Heldenberger in die Gaststätte eingewiesen. Die Gaststätte wurde zunächst von Hans und Gertrud Mißler gepachtet.

1968 wurde ein größerer Anbau notwendig, der dazu führte, dass Mißler´s die gesamte Immobilie kaufen konnten. Dann zerplatzten mit einen Mal die reellen Zukunftspläne.

1971 verunglückte Hans Mißler´s Sohn Wilfried Mißler, der die Gaststätte in Ulfen übernehmen sollte und wollte, tödlich. Hans und Gertrud Mißler entschieden sich nun dafür, die Pläne mit Ulfen fallen zulassen und in Bischhausen in der Gaststätte Germania zu bleiben. Da nun die endgültige Entscheidung für Bischhausen gefallen war, übernahmen Hans und Gertrud Mißler 1972 die verantwortungsvolle Aufgabe, als Festwirte die erste Bischhäuser Zeltkirmes auszurichten. Die Kirmes wurde für Bischhausen und Mißler´s ein voller Erfolg. So das die Wirtsleute dann auch im gleichen Jahr den Ausschank auf dem Feuerwehrfest übernahmen. In den darauf folgenden Jahren richteten sie noch zahlreiche weitere örtliche Feste aus. So eine Menge von Arbeit kann man natürlich nicht allein schaffen und Hans und Gertrud konnten sich da auf Verwandtschaft aus Ulfen und Meckbach voll verlassen. Allen voran Hans Mißler´s Schwester "Tante" Anna Kraus aus Richelsdorf-Süss, die als "guter Geist" von Küche und Keller der Wirtschaft und auf den zahlreichen Festen im Saal der Gaststätte Germania stets und lange Jahre unermüdlich und mit geschickter Hand, dass Regiment der Festvorbereitungen führte.

1974 wurde die Gaststätte erstmalig umgebaut und vergrößert, da die sehr gut besuchte Germania langsam aber sicher aus allen Nähten platzte. Während des Umbaus fand der Betrieb im Saal statt. Dann wurde Mißler´s vorgeschlagen, ob sie nicht eine Kegelbahn und einen Schießstand bauen könnten - der Schützenverein schoss im damals noch kleinem Saal, was natürlich auf Dauer nicht so weiter gehen konnte. Mißler´s scheuten daher weder Kosten und Mühen und so wurde 1979/80 der Saal vergrößert und im Keller entstand die Bundeskegelbahn, die Schießanlage und ein Partykeller. Mißler´s nutzten fortan die Räume für "Geschlossene Gesellschaften", in denen schon mal bis zu 74 Leute Platz hatten.

1986 brannte es in der Gaststätte Germania. An dem Tag sollte eine Bürgerversammlung wegen der geplanten A44 in der Gaststätte stattfinden. Entdeckt wurde das Feuer von Matthias Mißler, Sohn von Hans und Gertrud , der an die Arbeit fahren wollte. Es brannte in dem Schuppen hinter der Gaststätte, der Schuppen brannte vollständig ab. Der Keller und der Saal wurden durch Rauch und Löschwasser beschädigt und daher neu renoviert.

1992 wurde dann die gesamte Außenfassade mit Putz und Fenstern usw. erneuert.

Die Gaststätte Germania erstrahlte nun zum 30-jährigen Jubiläum 1996 im neuen Glanz. Da die Gaststätte Germania schon in früheren Zeiten Treffpunkt aller Bischhäuser Vereine war, blieb die auch nach den Umbauten der Treffpunkt der Bischhäuser Organisationen. Darüber hinaus gab und gibt es zu den größeren Feiertagen und einfach mal so, Tanz in der Gaststätte Germania. Mißler´s engagieren sich bis heute für Bischhausen. Hans Mißler getreu seinem eigentlichen Beruf als Kraftfahrer, war stets für die Bischhäuser Vereine tätig. Bei Bedarf fuhr er den Sportverein für dessen "Alte Herren", wo er auch mal aktiv auf dem Spielfeld war, den Gesangsverein und andere Vereine und Gruppen mit dem Bus.

Gertrud Mißler engagierte sich für die Kinder und hatte jahrelang den Kinderkarneval im Saal der Gaststätte veranstaltet. 

Â